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Dobermann-Rescue HUNGARIA e.V. | 21.11.2008
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 - Räumung Bony-
   Tierheim
 (Update 07.10.08)
 - Tara, dem Tod entrissen
 - Artur und Reni, zwei 
   traurige Fälle

 


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"Dobermann Getto"

 Liebe Tierfreunde, liebe Dobermannfreunde,

in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 2006 wurde in Ungarn eine so genannte "Dobermannzucht" aufgelöst. Die Hunde haben unter unvorstellbaren Bedingungen vegetieren müssen, es hat tote Hunde gegeben - auch durch erbitterte Beissereien untereinander.

Die bei dieser Aktion noch vorgefundenen etwa 20 Hunde wurden sofort beschlagnahmt und in uns bekannten Tierheimen, bzw. Pflegestellen untergebracht. Sie sind augenblicklich arretiert, bis die Eigentumsverhältnisse geklärt sind und über ihr Schicksal entschieden worden ist. Das kann unter Umständen Monate dauern. Bis dahin sind diese Hunde nicht vermittelbar.  

Da die Tierheime mit einer derart spontanen Erweiterung des Bestandes überfordert sind, hat DRH entschieden , vor Ort helfend einzugreifen, damit die Versorgung der Hunde weiterhin gewährleistet bleibt. Bereits an diesem Wochenende werden die ersten Futterladungen verbracht und die Pflegestellen, in denen sich Welpen befinden, mit ausreichend Welpenmilch versorgt. Auch ungarische Tierfreunde haben bereits aktiv geholfen und größere Mengen Futter für diese Hunde gesammelt.

Selbstverständlich werden die Tierheime während der Junifahrt besucht und auch die Hunde vor Ort besichtigt.

Wir möchten Sie um Ihr Verständnis bitten, wenn wir Ihnen die in diversen Verteilermails bereits kursierenden "schlimmen Fotos" an dieser Stelle nicht präsentieren. Uns geht es primär darum, den Hunden jetzt direkt vor Ort zu helfen und sich auf die Entlastung der jeweiligen Tierheime zu konzentrieren. Vielen Dank.

Über den weiteren Verlauf werden wir Sie selbstverständlich tagesaktuell informieren!

Sabine Winklmann

Update 15.05.2006:
 Sämtliche beschlagnahmten Hunde sind nun in Sicherheit. Natürlich sind Tierheime kein idealer Aufenthaltsort für Hunde, aber dennoch zunächst eine Verbesserung für diese so leidgeprüften Kreaturen. Es hat sich gezeigt, dass die meisten Hunde relativ menschenfreundlich sind, einige jedoch sind völlig teilnahmslos, kaum ansprechbar.  Ausserdem zeigen etliche Hunde Spuren von Beissereien - vermutlich kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen, da sich die Hunde in den engen Käfigen kaum ausweichen konnten.

Der Ernährungszustand der Hunde war zwar zufriedenstellend, es gab keine Fälle von gravierender Unterernährung jedoch haben sie kaum Muskulatur durch diese Form der Käfighaltung.

Nach wie vor bleiben die Hunde ausnahmslos beschlagnahmt. Wie lange, ist ungewiß.

 







Update 16.05.2006 / 10:03 Uhr:
Die ungarische Polizei hat gestern diejenigen Hunde gefunden, die vom Betreiber dieser "Zuchtstätte" noch vor Beginn des ersten Einsatzes beiseite geschafft worden sind. Nach den letzten Informationen soll es sich unter anderem auch um trächtige Hündinnen gehandelt haben. Wieviele Hunde es genau sind und in welcher Verfassung sie sind, ist im Moment unklar, da nicht bekannt ist, ob diese Hunde seit dem 11.05. überhaupt versorgt wurden.
Zur Zeit wird versucht, auch diese Hunde in anderen Tierheimen unterzubringen.

Für die Dobermann Hunde wurde ein ungarisches Konto eröffnet:

HEROSZ Gödöllõ, Vermerk: Dobermann kutyák

Erste Bank 11600006-00000000-17850326

SWIFT: GIBAHUHB, IBAN Nummer: HU77 11600006-00000000-17850326

Hinweis: bei diesem Konto handelt es sich nicht um ein Konto des DRH, sondern um ein eigens für diesen Zweck eingerichtetes Konto des bekannten ungarischen Tierschutzverbandes HEROSZ ( www.herosz.hu ).

Update 18.05.2006 / 11:40 Uhr:
Leider sind zwei weitere Hündinnen aus dieser Beschlagnahmung tragend. Das bedeutet -je nach dem- noch mehr Hunde. Auf die Informationen zu den aufgefundenen Hunden wird zurzeit noch gewartet.


Update 22.05.2006 / 16:08 Uhr:
Im Augenblick wird versucht, zumindest für diejenigen Hunde, die dringend tierärztliche Hilfe in Form eines Klinikaufenthaltes benötigen, eine Lösung zu finden. Die meisten Hunde haben schwere Augenentzündungen, viele der Bißverletzungen sind ebenfalls entzündet.

Bei einigen Knochendeformationen muss geklärt werden, ob sie durch ein Trauma verursacht wurden oder durch die Haltebedingungen entstanden sind.


Anti

Um einen traurigen Fall bemühen wir uns momentan ganz besonders: der etwa 2 Jahre alte "Anti" wird immer wieder zusammengebissen, er ist übersät mit Bissverletzungen, die sich zum Teil mit Eiter gefüllt haben. Er ist sehr schwach und natürlich extrem verängstigt - und somit ein "ideales" Opfer für die restlichen, stark unter Stress stehenden Hunde. Anti wird keine großen Chancen haben, wenn er nicht behandelt und separiert wird. Wir versuchen unser Bestes - die Kostenübernahme für die Klinik haben wir bereits angeboten.





Update 30.05.2006 / 15:07 Uhr:
Anti wurde zwischenzeitlich separiert und erhält eine Behandlung mit Antibiotika. Es geht ihm besser. Auch die in einem anderen Tierheim untergebrachten Welpen haben ganz gute Chancen, es geht ihnen gut. Ob alle überlebt haben, ist derzeit nicht bekannt.





Update 23.06.2006:
Die Reise nach Ungarn hat stattgefunden, der Bericht ist neben vielen Fotos nun auch online:  REISEBERICHT JUNI 2006

Update 04.07.2006:
Es ist ein Video aus einem ungarischen TV-Magazin aufgetaucht:

 




 "Doberman telep"

Update 11.07.2006:
Die Ermittlungen gegen den Halter der Hunde durch die Polizei sind nun abgeschlossen. Es wurde Anklage wegen Tierquälerei erhoben. Wann eine erste Verhandlung vor dem zuständigen Gericht stattinden wird, ist unklar. Analog zum Fall der "Sopron-Hunde" ist zu erwarten, dass sich diese Prozedur über Monate hinziehen wird. Unsere Befürchtungen, dass es darüber Winter wird, sind nicht unbegründet und wir können nur hoffen, dass über den Verbleib der Hunde bis dahin entschieden wurde.
In der Zwischenzeit gilt es, die Versorgung der Tiere zu gewährleisten. Sofern Engpässe entstehen sollten, wird DRH eine Aktion starten, welche rechtzeitig auch an dieser Stelle bekannt gegeben wird.

Update 09.08.2006:
Leider ist einer derjenigen Hunde, die in der Tierpension untergebracht worden sind, sehr, sehr krank. Es handelt sich ausgerechnet um den lieben Rüden, der vor Angst kaum wußte, wohin er sich verkriechen sollte. Er hat nach den Aussagen des Veterinärs nur noch etwa 2-3 Monate zu leben und wir haben deshalb mit der zuständigen Polizeibehörde Kontakt aufgenommen. Hoffentlich gibt es dort ein Einsehen. Wir werden berichten.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: die im Tierheim Tököl untergebrachten Hunde (2 Mutterhündinnen und ihre Welpen) haben sich sehr gut entwickelt. Die Welpen sind nun wirklich wohlgenährt und toben unbeschwert herum. Ebenso eine der beiden Hündinnen beginnt, ihr Verhalten zu ändern und  man konnte sie bereits mit den anderen Hunden zusammen lassen. Eine positive Bilanz bisher! Neue Bilder möchten wir natürlich nicht vorenthalten - sie sprechen für sich:










Im September hat eine weitere Ungarnfahrt stattgefunden, bei der wir auch nach den Hunden aus dieser Beschlagnahmung gesehen und Hilfsgüter überlassen haben. Den Reise bericht finden Sie hier: Ungarnfahrt September 2006

Update 20.02.2007:
Wir haben bei der letzten Fahrt am Wochenende 17./18.02.2007 auch nach den Hunden aus der Beschlagnahmung gesehen. Ein detaillierter Bericht wird in Kürze zusammen mit dem entsprechenden Reisebericht veröffentlicht !

Update 25.02.2007:
Bitte sehen Sie sich unseren Eintrag zur Vermittlung an!

Update 20.03.2007:
Es ist (fast) geschafft! Gestern wurden die noch nicht vermittelten Dobies aus dem "Tierheim" in Ócsa von uns weggeholt und in das Tierheim in Tököl gebracht. Dort werden sie erst einmal zur Ruhe kommen können und auch eine Beurteilung der Hunde wird erheblich vereinfacht. Leider war es uns nicht gestattet, in Ócsa zu fotografieren, daher konnten wir diese Aktion nur teilweise dokumentieren. Eine sehr gute Nachricht haben wir in dem Zusammenhang übrigens auch noch für Sie - dazu aber später.

Kurz vor dem Abtransport:


Die Hunde wurden bereits ganz aufgeregt im Tierheim Tököl erwartet. Die Ankunft:

Jenny wird neugierig von ihren neuen Freunden beäugt:

Eingangs-Check im Behandlungsraum des Tierheimes:

Und dann erst einmal ab in einen ruhig gelegenen Zwinger (endlich eine EIGENE Hundehütte!):

Diana knüpft vorsichtig erste Kontakte:

Pötyi ist noch sehr, sehr verängstigt.....

... und geht wohl das erste Mal in ihrem Leben auf eine grüne Wiese:

Last but not least: hier kommt der Rüde Robi:

.... womit wir auch bei der erwähnten guten Nachricht angekommen sind.
Gestern war tagsüber wieder ein Ehepaar zu Besuch im Tierheim Tököl - sie waren schon öfters dort und auf der Suche nach einem Hund. Nach IHREM Hund. Als Robi das Auto verließ, war es um sie geschehen - trotz der Widrigkeiten (Robi ist nicht gesund) und des Umstandes, dass wir noch nicht so viel über diese vier Hunde wissen: es sollte Robi sein und nur er. Beide haben sich viel Zeit genommen, geduldig Stunde um Stunde gewartet - sie haben vorsichtig Kontakt mit dem verunsicherten Rüden geknüpft, ihn beruhigt und der junge Mann ist mit Robi spazieren gegangen:


Robi wohnt also seit gestern in einer kleinen Stadt in der Nähe von Budapest in einem Haus mit Garten und Familienanschluß (wenn er es möchte). Wir werden Ende April versuchen, einen Termin mit seiner neuen Familie zu vereinbaren, um Robi dort zu besuchen. In jedem Fall wünschen wir ihm alles Gute und hoffen, dass er seine Vergangenheit bald vergessen hat und ein glücklicher Hund werden wird!

Wir sind überglücklich, nun auch die letzten Hunde aus dem "Dobermann-Ghetto" in unserem Gewahrsam zu haben, die schlimmste Zeit haben diese Hunde jetzt hinter sich. Augenblicklich geht es darum, auch sie gesund zu pflegen und ein liebevolles Zuhause für sie zu suchen - möglichst in Ungarn, aber ggf. auch hier in Deutschland. Über Fortschritte werden wir Sie mit Freude informieren!

An dieser Stelle möchte ich auch den Kollegen in Ungarn von Herzen danken. Wir haben nun 10 Monate lang nach Lösungen für die beschlagnahmten Hunde gesucht (und sie auch gefunden), die Tierheime bei der Betreuung nach unseren Möglichkeiten unterstützt und Hilfe bei den Vermittlungen geleistet. Dies war nur möglich durch die vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit mit unseren ungarischen Kollegen. Noch einmal: Danke !!

Hier noch die Bilanz des "Dobermann-Ghetto", Stand 19.03.2007:

 3 Hunde Pension Gödöllö (Supp. DRH) 1 Rüde verstorben
  2 Rüden vermittelt in Ungarn
  
 2 Hunde + Welpen Tierheim Tököl (Supp. DRH) 2 Hündinnen vermittelt in Ungarn
  7 Welpen vermittelt in Ungarn
  
 14 Hunde Tierheim Ócsa (Supp. teilw. DRH) 1 Rüde, 1 Hündin verstorben
  6 Hunde vermittelt in Ungarn
  1 Rüde, 1 Hündin Übernahme DRH/DS
  3 Hündinnen, 1 Rüde Übernahme Tierheim Tököl (Supp.     DRH/DS), davon wurde 1 Rüde bereits gestern vermittelt


Sabine Winklmann

 
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