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Nach etlichen Jahren Tierschutzpraxis insbesondere im Ausland kommen wir langsam, aber sicher ins Grübeln. Die Auswüchse, welche wir in der Vergangenheit von Zeit zu Zeit dezent benannt haben, nehmen inzwischen derart groteske Züge an, dass man –sollte dieser Begriff ein Gesicht haben- nicht mehr von einer Grimasse reden muss, sondern von einer Fratze. Und zwar von einer besonders hässlichen Fratze.
Es geht uns hier nicht nur um unseriöse Spendenbettelei, denn die gibt es überall da, wo das Wort „Gemeinnützig“ auftaucht – in jedem caritativen Bereich. Wenn wir also mal die Unsummen, die insbesondere im Auslandstierschutz für unüberlegten Aktionismus regelrecht verbrannt werden beiseite lassen, bleiben die egoistischen und rücksichtslosen Erscheinungen übrig und angesichts derer packt uns inzwischen das kalte Grausen. Wir haben gesehen, wie Mutterhündinnen aus Hundefängeranlagen geholt wurden und wenige Tage später mitsamt ihren neugeborenen und hilflosen Welpen auf einen Transport mit rund 30 anderen Hunden und Katzen gepackt wurden. Eiskalt und ohne mit der Wimper zu zucken. Wir haben gesehen, wie Hunde mit schwersten Verletzungen und multiplen Knochenbrüchen fast eine Woche lang schmoren mussten, bevor ihnen geholfen wurde – die von gewissen Vorkassentierschützern losgetretene Mitleidswelle hatte zwar schon genügend Bares (mehrere Tausend Euro) angespült, aber man hat trotzdem gewartet, ob es nicht noch ein bisschen mehr werden könnte. Mitgefühl? Empathie? Fehlanzeige! Wir haben gesehen, dass es „Tierschützer“ gibt, die Menschen, denen die Androhung der Tötung eines Hundes schlaflose Nächte bereitet hat und die vielleicht nur noch ihre letzten 10 Euro locker machen konnten, abfällig als „Teaser“ bezeichnen und wir haben gesehen, dass Fotos von kranken oder halbtoten Hunden gezielt platziert wurden, um Spenden locker zu machen. Ob es diese Hunde tatsächlich noch gegeben hatte, war vollkommen zweitrangig. Hauptsache Spenden, Hauptsache „Traffic“. Wir sind von Menschen angerufen und verzweifelt um Hilfe gebeten worden, weil diverse Hunde, für die sie gespendet hatten, plötzlich nicht mehr vorhanden sein sollten und diese Tierfreunde aufgrund ihrer Nachfragen billig abgespeist worden sind: sie hatten ihre Schuldigkeit getan. Das ist Betrug mit „System“ ! Wir haben beobachten müssen, dass Transits von mehr als 60 Hunden gleichzeitig unter ebenso hahnebüchenen, wie nebulösen Umständen nach Deutschland geschleust wurden – ohne jegliche Vorsichtsmaßnahmen oder Rücksicht den hier lebenden Menschen und Haustieren gegenüber. Transporter werden bis unter das Dachblech vollgestopft mit Hunden, es wird wahllos importiert und „gerettet“ – nach den Hunderttausenden Hunden in Deutschen Tierheimen fragt niemand. Die wurden ja auch nicht „aus der Tötung gerettet“ und mit ihnen kann man auch nicht auf die Tränendrüse drücken. Neulich, im Wartezimmer des Tierarztes: „Mein Hund ist vom Tierheim“. Antwort: „Das ist doch noch gar nix. Also meiner ist ja aus der Tötung, er wäre dort erschossen, erschlagen, verbrannt, vergiftet, ertränkt, erwürgt, lebendig begraben……………………“. Merken Sie etwas? Müssen die Hunde und Katzen in unseren Tierheimen vielleicht erst dreimal von der Brücke geworfen werden, um die Chance auf ein Zuhause zu bekommen? Um nicht missverstanden zu werden: wir haben nichts dagegen, wenn neben (!!) den Hilfsaktionen in den entsprechenden Ländern auch (!) einige (!) Hunde oder Katzen nach Deutschland gebracht werden. Wir haben jedoch feststellen müssen, dass mit wenigen, wirklich wenigen Ausnahmen, die Arbeit vor Ort bislang nur billige Lippenbekenntnisse gewesen sind, die nur dann abgesondert wurden, um kritische Nachfrager schnell und unauffällig abzuspeisen. Tatsächlich hat sich jedoch nichts, absolut gar nichts ereignet, die Versprechungen waren leere Worthülsen und die Tierschützer in den entsprechenden Ländern wurden mit ihren Enttäuschungen sitzen gelassen. Stattdessen sprießen jeden Tag neue Vereine, Clübchen oder Initiativen aus dem Boden und nahezu ALLE beschränken sich lediglich auf das Herkarren von Hunden und Katzen. Und das werden sie auch in 20 Jahren noch so machen, während sich in den jeweiligen Ländern nichts, absolut gar nichts ändert und ich glaube, die meisten sind daran auch nicht wirklich interessiert. Wohin soll das führen? Tierschutz im Ausland: „Quo vadis???“ |