Dobermann - Rescue HUNGARIA e.V. Tierschutz in Ungarn ...
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26.08.2008: Von Münchhausen lebt!

Dass in Bereichen, wie dem Tierschutz z.B., oftmals gelogen wird, dass sich die Balken biegen, ist ja eigentlich nichts Neues. Dass Herr von Münchausen jedoch nicht nur wieder auferstanden ist, sondern nach einer Geschlechtsumwandlung obendrauf noch dutzendfach geklont wurde, ist selbst für uns eine Überraschung gewesen.

Aus gutem Grund haben wir uns aus diversen "Mail-Verteilern" bisher immer heraus gehalten, doch kürzlich staunten wir nicht schlecht, als wir selbst unverhofft zum Inhalt einiger dieser Mails wurden. Da wir von öffentlichen Schlammschlachten nichts halten, haben wir eine interne Richtigstellung abgegeben - diese wurde entgegen unserem Wunsch jedoch eiligst weiter herumgereicht und nun staunten wir schon wieder, denn die darauf erfolgte "Gegendarstellung" war schlicht und ergreifend, vor allen Dingen recht plump erlogen. Man hatte sich nicht einmal entblödet, seinen eigenen Worten innerhalb eines Satzes zu widersprechen - doch nun zu den Details:

Wer die Neuzugänge in unserer Vermittlung verfolgt wird gesehen haben, dass wir von ungarischen Kollegen um Hilfe für zwei English Bulldogs - für Austin und Lizzy gebeten wurden. Da wir seit einigen Jahren sehr vertrauensvoll mit diesem ungarischen Verein zusammen arbeiten, haben wir diese Hilfe natürlich nicht nur zugesagt, sondern inzwischen auch geleistet. Diese beiden Hunde sind auf unsere Kosten sofort in eine Klinik gekommen und dort für einige Zeit behandelt worden - jetzt befinden sie sich in einer privaten Pflegestelle in Budapest.

Es dauerte nicht lange, da bekamen wir die "Aufforderung zur Annahme eines Hilfsangebotes" eines Vereines über eine Mittelsperson - dies lehnten wir jedoch aus gutem Grund ab, denn dieser Verein war schon einmal bei ungarischen Tierschützern extrem unangenehm aufgefallen. Nicht zuletzt deshalb, weil er einen bestimmten Hund (eine Bordeauxdogge namens "Gina") unbedingt haben wollte (dieser Hund wäre die Nr. 20 bis Nr. 25 im Haus der Vereinsvorsitzenden geworden) und den ungarischen Tierschützern sogar Geld (eine vierstellige Summe, übrigens) für diesen Hund geboten hatte. Die recht verworrenen Äusserungen der Vereinsvorsitzenden im Forum der ungarischen Tierschützer sorgten zuletzt mit dafür, dass dieses wahrlich unseriöse Angebot entnervt abgelehnt wurde.

Nun, dieser Deutsche Verein, der sich selbstherrlich als den "berühmt ... Verzeihung: bekanntesten Deutschen Rassehundeverein" bezeichnet und dessen Konzept kein Tierschutz, sondern schlichter An- und Verkauf von entweder besonders populären (Retriever) und/oder besonders teuren Rassehunden (English Bulldogs, Bordeauxdoggen oder auch Spaniels) ist, wollte also unbedingt diese beiden Hunde Austin und Lizzy haben. Es seien "ausrangierte Zuchthunde" und dafür seien sie schließlich zuständig. Also, damit es keine Wiederholung dieser bereits erfolgten Peinlichkeit aus dem Vorjahr gab, nahmen wir der Höflichkeit halber Kontakt auf, um die Dinge zu klären. Es erfolgte ein ziemlich inhaltsloses Telefonat, welches mit höflichen Flosklen beendet wurde und wir hatten unsere Ruhe. Dachten wir.

Lange hielt diese Ruhe nämlich nicht an, denn aus heiterem Himmel wurden wir via "Verteiler" angegriffen, dass die armen Hunde "da" immer noch sitzen würden und dass man ja nur helfen wolle und dass das ja kein Tierschutz wäre und überhaupt: das alles müsse ja irgendwie bezahlt werden, die Hunde müssen vermittelt (vulgo verkauft) werden, et cetera, et cetera pp.. Wir haben uns dann überlegt, ob wir darauf noch einmal antworten sollen, aber bei deutlichen Anzeichen deliranter Symptomatik verzichten wir dankend und wenden uns wieder unserer Arbeit zu. Es wäre völlig zwecklos oder, wie man im Rheinland so schön sagt: "Mit der Wurst nach dem Schinken geschmissen"..

Abschließend möchten wir dieser "Dame" zur Verdeutlichung noch mit auf den Weg geben:

  1. wir entscheiden immer noch selbst, an welchen Verein wir Hunde zur Vermittlung abgeben.
  2. wir sind selbst in der Lage, die Kosten für kranke Hunde aufzufangen und brauchen dazu den "berühm... Verzeihung, bekanntesten Rassehundeverein Deutschlands" ganz sicher nicht.
  3. den Hunden geht es gut, sie sind gut untergebracht - jedoch keinesfalls, wie von Ihnen bereits schon einmal an anderer Stelle aus gekränkter Eitelkeit behauptet, in einem ungarischen Keller oder in einer Garage
  4. wir vermitteln diese beiden Hunde nicht in Ihre Hundesammlung, wo sie vielleicht Hund Nr. 25 oder 26 oder auch nur Hund Nr. 20 werden.
  5. Nehmen Sie das bitte so zur Kenntnis - ansonsten dürfen Sie uns mit Ihrem Verteilermüll ganz gepflegt den Buckel herunterrutschen..
  6. Punkt.

Sabine Winklmann
August 2008

 
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