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Dobermann-Rescue HUNGARIA e.V. | 21.11.2008
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12.07.2008: Hundevermitlung ist Tier- UND Menschenschutz!

Ein recht sensibles Thema, zugegeben.

Aber wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass es nicht damit getan ist, so viele Hunde in so kurzer Zeit wie möglich aus Ungarn heraus zu schaffen und an jeden abzugeben, der gerade "hier!" gerufen hat. Es ist wichtig zu prüfen, ob Hund und Bewerber auch tatsächlich zusammen passen und ob ausreichende Erfahrungen vorhanden, bzw. die örtlichen Gegebenheiten in Ordnung sind.

Es begegnen uns leider fast wöchentlich Vermittlungsinserate, in denen auch typische ungarische Hunderassen oder deren Mischlinge unter hanebüchenen Beschreibungen angepriesen werden. Dazu muss man wissen, dass nahezu alle Rassen des Herkunftslandes Ungarn oder generell aus Osteuropa reine Arbeitshunde waren, bzw. noch sind und in der Regel eher keine Begleit- oder Gesellschaftshunde - das gilt in besonderem Maße für Herdenschutzhunde. Man nimmt also mit der Vermittlung eines Kuvasz, eines Komondors oder des in Ungarn ebenfalls weit verbreiteten Kaukasen eine große Verantwortung auf sich, zumal niemand eine zuverlässige Aussage treffen kann, aus welchen Verhältnissen diese Hunde tatsächlich stammen.
Immer wieder wird die Rassezugehörigkeit verniedlicht und um eventuell potentielle Interessenten nicht von vornherein durch die (ehrliche) Bezeichnung Herdenschutzhund abzuschrecken, kommen halbseidene Umschreibungen, wie "Kauki", "Kaukimix", "Wuschel" oder "Knuddelbär" hinzu.

Dazu möchte ich Ihnen eine kleine Begebenheit schildern, die sich ganz zu Anfang meiner Tätigkeit in Ungarn zugetragen hatte: bei einem Spaziergang mit einem zu übernehmenden Hund in den Bergen von Szentendre begegnete uns ein freilaufender Herdenschutzhund, die abgerissene Kette hing noch um seinen Hals. Bereits aus einiger Entfernung konnten wir erkennen, dass sich dieser Hund nicht in der Absicht zu "spielen" auf uns zu bewegte: wir waren unbeabsichtigt in "sein Territorium" eingedrungen und er tat selbstständig das, was ihm seine Instinkte diktierten: er schützte sein "Eigentum". Diesen Hund als "wuscheligen Knuddelbär" einzustufen hätte uns unsere Haut kosten können und es blieb uns lediglich der bedachte, aber schnelle Rückzug.

In der Zwischenzeit sind mir in Ungarn ausgesprochen viele dieser Hunde begegnet und ich habe immer wieder festgestellt, dass sie von imposantem, souveränem Auftritt, aber auch von sehr eigenständigem Wesen waren. Niemals hätte man sich ihnen gegenüber so verhalten dürfen, wie den meisten anderen, eher auf den Menschen geprägten Hunden. Zumindest nicht so lange, bis man sie besser kannte und einschätzen konnte. Eines jedoch war und ist grundsätzlich klar: eine Vermittlung dieser Hunde bedurfte und bedarf immer noch einer wirklich verantwortungsbewußten und möglichst rassekundigen Hand.

Wir möchten noch einmal betonen, dass natürlich auch diese Hunde ein Recht auf ein Zuhause haben, wie jeder andere Hund auch. Aber es sollte ein artgerechtes Zuhause sein und an dieses sollte der jeweils betreffende Hund auf einem EHRLICHEN Wege gelangen. Es nützt ihm nämlich nichts, wenn er nach seiner Odysee aus Ungarn im Anschluß in Deutschland zum "Wanderpokal" wird und/oder am Ende sogar (vermeidbaren) Schaden anrichtet, weil er sich so gar nicht wie ein "Kaukilein" oder "Knuddelwuschelbärchen" benehmen möchte.

Sabine Winklmann
Juli 2008

 
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