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HOME / News arrow Dobermann v. Tierschutz? arrow Attila, der Hundekönig!
Attila, der Hundekönig! PDF Print E-mail
Written by Gastautorin Sandra aus Hockenheim   
Mittwoch, 05 März 2008
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Hallo ihr Dobermeier
Ich hab auf der DRH-Seite die Rubrik "Dobermann vom Tierschutz?" entdeckt und finde die Idee ganz toll. Auch wir haben einen Dobi aus dem Tierheim.

Dies ist seine Geschichte. Achtung, lang!

Attila, der Hundekönig

Schon als kleines Kind habe ich von einem Dobermann geträumt, und der Wunsch nach einem Hund wurde mit zunehmendem Alter immer stärker. Nachdem meine persönliche Situation es lange nicht zugelassen hat, hat sich der Gedanke vor zwei Jahren weiter manifestiert und mein Mann und ich kamen dem Entschluß "Ja, jetzt Hund!" immer näher.
Für mich kam nur ein Dobi in Frage, allerdings wollten wir einen Züchterhund. Denn als Ersthundebesitzer haben wir uns einen evt. vorbelasteten Dobi nicht zugetraut. Wir waren zwar beide nicht total unerfahren, aber wir wußten um die Sensibilität der Dobermänner und hatten Angst, etwas falsch zu machen.
Der richtige Züchter war (erstaunlicherweise) schnell gefunden, da standen wir vor unserem nächsten Problem. Unser Vermieter wollte keinen Dobermann im Haus, weil er sich vor großen Hunden fürchtete. Er war ganz schön baff, als wir daraufhin verkündeten, daß wir ausziehen.
Vor dem Umzug gab es viel auszuräumen und auszumisten, und weil viel davon zu schade war zum Wegwerfen und ich wußte, daß das Tierheim hier in der Nähe Flohmärkte veranstaltet, bin ich auf die Internetseite, um nach der Adresse zu schauen und die ganzen Sachen zu spenden.
Und dann sah ich IHN. Unseren Attila, 11 Monate alt, bildschön und mit einem Lausbubengesicht. Es machte Crash-Boom-Bang und ich wußte, das ist unser Hund. Sofort Email geschrieben, drei Tage später Hund angeguckt ("Jesses, ist der groß!") und eine Woche später abgeholt.
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Da war er nun, der Dobermann, der bis dato nur auf dem Hof gelebt hatte, keine Wohnung kannte, und sich nicht im klaren war, daß es außer ihm und seinen beiden Freundinnen, mit denen er zusammen war, noch andere Hunde auf der Welt gibt. Der sich schwer tat mit Entspannen und der nur geschlafen hat, wenn wir auch schliefen. Den wir nach zwei Wochen von der Leine ließen und dumm geguckt haben, als er losrannte, so schnell ihn seine Beine tragen konnten, bis wir nur noch einen kleinen schwarzen Punkt sahen. Der dann abdrehte und im gleichen Highspeed wieder zu uns zurückkam, überglücklich, daß er FREI war.
Wir hatten also einen Dobermann, der nichts wußte und nichts konnte außer "Sitz". So denn, ab in die Hundeschule. Dort war es anfangs schon ein Erfolgserlebnis, wenn ich einmal um den Platz laufen konnte, ohne daß er einen kräftigen Satz in Richtung der anderen Hunde machte. Doch er lernte gern, und er lernte schnell, und heute sind wir in der BH-Vorbereitung und unsere Trainerin erzählt jedem, wie Attila "drauf" war, als wir zum ersten Mal da waren, und zeigt auf unseren Hund, der friedlich am Zaun liegt und das Geschehen beobachtet.
Er lernte seine Kunststückchen (wie Pfote oder Rolle) innerhalb eines Tages, er ist ein Hund, der sich einen Keks freut, wenn man sich mit ihm beschäftigt, ihm eine Aufgabe gibt. Zuhause ist er ein Schatz, hat problemlos gelernt, Futter erst dann aufzunehmen, wenn man das Kommando dazu gibt.. Stubenreinheit mußten wir nie trainieren, er hat vom ersten Tag an draußen sein Geschäft gemacht, obwohl er vorher nie in Haus oder Wohnung gehalten wurde.
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Ja, es war anstrengend, und das ist es noch. Er ist jetzt zwei Jahre alt und wir haben ihn seit etwas über einem Jahr. Uns steht noch einiges bevor. Auch weil HD diagnostiziert wurde, was natürlich in Sachen Ernährung und Bewegung Umstellungen und Kompromisse erfordert.
Und ja, manchmal, vor allem während der Pubertät, hätte ich ihn manchmal am liebsten geohrfeigt. Ja, er entwickelt sich toll, aber es macht es uns nicht immer einfach. Er ist ein kluger Hund und testet sehr wohl seine Grenzen, was uns mitunter fast in den Wahnsinn treibt. Ja, manchmal spüren wir die verpasste Sozialisierung im Welpenalter, vor allem dann, wenn uns Rüden entgegenkommen. Dann häng ich gern mal an meinem Hund und schlage im Geiste den Kopf an die Wand.
Aber, und nur das zählt- wenn mich jemand fragt, würdest du es wieder machen, kann ich aus vollster Überzeugung und von ganzem Herzen sagen, JA!
Natürlich gibt es Dobermänner im Tierschutz, die viel schlechtes erfahren mußten und die in erfahrene Hände gehören. Natürlich gibt es Dobermänner im Tierschutz, die ich mir NICHT zutrauen würde. Aber jeder Dobermann dankt es seinem Menschen, wenn er eine Chance bekommt. Ob das nun die erste oder die zehnte ist, ist für den Hund unerheblich. Je unvoreingenommener und idealistischer man die Ausbildung und Resozialisierung angeht, desto mehr Erfolg wird man haben.
Ich kann nur jedem potentiellen Tierschutz-Dobi-Besitzer sagen: auch Tiere lernen nie aus. Wenn ein Hund beißt, dann hat er dafür seinen Grund. Arbeitet daran, ihm keinen Grund zu geben! Begegnet einem Hund mit Respekt und traut euch zu, ihn zu leiten und zu führen, dann wird er es euch tausendfach danken!
Eins muß man jedoch immer bedenken- man sollte nie einen Hund bei sich aufnehmen, ohne sich vorher zu informieren und sich mit den Rasse-Eigenschaften vertraut zu machen. Leider schaffen sich manche Leute Hunde an, werden mangels Sachverstand nicht mit ihnen fertig und nachher sind die Hunde schuld und landen im Tierheim. So bitte nicht
Und noch ein kleines Wort zum Schluß: die Welpen der Züchter finden IMMER ein gutes, schönes neues Zuhause. Um die müßt ihr euch nicht sorgen. Manch einer mag sagen, man steckt in Tierheimhunden nicht drin, sie  könnten krank sein etc. Das ist richtig. Auch Attila ist krank, und das kostet nicht nur Geld, sondern auch Nerven, wenn es dem Hund schlecht geht. Ich persönlich kennen genug VDH-Hunde, die ebenso krank geworden sind. In Züchterhunden steckt man genauso wenig drin.
In diesem Sinne,
Sandra und Attila
Last Updated ( Mittwoch, 05 März 2008 )
 
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