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Dobermann-Rescue HUNGARIA e.V. | Donnerstag, 20 November 2008
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 (Update 07.10.08)
 - Tara, dem Tod entrissen
 - Artur und Reni, zwei 
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Die veterinärmedizinische Problematik bei Importen

Sample ImageEin oft unterschätztes Problem bei Importen von Hunden aus dem Ausland (Süden/Osten) ist zum einen der Transportstress, welcher die Immunsysteme der Hunde enorm belastet und zum anderen natürlich auch das teils recht mangelhafte Wissen um Infektionen und/oder das Einschleppen von Zoonosen. Viel zu leichtfertig werden oftmals Hunde "im Vorbeigehen" aus Mitleid nach Deutschland gerettet - und die Infektion gleich mit. Besondere Risiken herrschen bei der Verfrachtung von Welpen, viel zu oft überleben die Kleinen nicht einmal die erste Woche im dem Land, in dem vermeintlich "Milch und Honig fließen". Davon abgesehen, dass eine legale Einfuhr nur in den seltensten Fällen statffinden kann, so ist der Transport von Welpen unterhalb von 12-16 Wochen zusammen mit anderen Tieren fast immer ein Himmelfahrtskommando. Oder ein Fall für das örtliche Veterinäramt.

Die wichtigsten Voraussetzungen für den Import von Hunden aus dem Ausland sind Fachkompetenz auf der Seite der Kooperationspartner in dem jeweiligen Land, Sachverstand und Verantwortungsbewußtsein auf Seiten der hiesigen Tierschützer, sowie natürlich auch das nötige "Kleingeld", um eine größtmögliche Sicherheit bei der Vorbereitung eines Tieres für eine Reise gewährleisten zu können, denn die Gelder, die bei den Reisevorbereitungen "eingespart" werden, müssen oftmals bei Deutschen Tierärzten wieder ausgegeben werden - dann meist in dreifacher Höhe.

Die EU sieht im Reiseverkehr vor, dass bis zu 5 Hunde von Privatpersonen innerhalb der EU mitgeführt werden dürfen, die Einreise nach Deutschland setzt eine gültige Tollwutimpfung, einen EU-Pass und einen Chip voraus, der eine eindeutige Identifizierung des jeweiligen Tieres ermöglicht. In diesem Fall dürfen die Hunde nicht zur Weitergabe an Dritte bestimmt sein - dies ist eine Grauzone und dem Deutschen Tierärzteverband aufgrund des Wildwuchses zu Recht ein zunehmender Dorn im Auge. Transporte von mehr als 5 Hunden müssen bei den dafür zuständigen Veterinärbehörden angemeldet werden und darüber hinaus bestimmte Bedingungen erfüllen (was leider nur selten der Fall ist).

Die eigentliche Problematik ist, dass sich im "Auslandstierschutz" mit den für das jeweilige Land so typischen Reisekrankheiten und anderen Infektionen viel zu selten auseinandergesetzt wird. Auf Ungarn bezogen (und das können wir aus unseren Erfahrungen am besten beurteilen) sind das:

Staupe (gelegentlich - je nach Herkunft)
Parvovirose (häufig, besonders bei Welpen - je nach Herkunft)
Borreliose (selten)
Babesiose (selten)
Dirofilaria Repens (gelegentlich - je nach Region)

Weitere Reisekrankheiten (Mittelmeerkrankheiten), wie Leishmaniose oder Ehrlichiose sind in Ungarn momentan (!) ausgesprochen selten anzutreffen - ganz auszuschließen sind sie natürlich nicht, denn der Klimawechsel macht auch nicht vor Ungarn Halt.

Hunde, die aus Hundefängeranlagen oder auch aus Tierheimen übernommen werden, sollten innerhalb einer Quarantänezeit einen umfangreichen Test absolvieren (MMC, Knott), bevor sie überhaupt erst geimpft werden (Tollwut, Fünffach-Impfung). Wenn sich zeigt, dass die Tiere im Anschluß an die notwendigen Impfungen nach einer Karenzzeit von mindestens 3 Wochen (Junghunde besser 4-5, Welpen ab der 12.  Woche mindestens 6-7 Wochen) gesund und munter sind, kann man davon ausgehen, dass sie fit genug für eine Reise sind. Die zwischenzeitliche Behandlung/Vorsorge gegen Parasiten, sowie die Verabreichung von Immunboostern sollten Obligo sein. Zusammengerechnet liegen im günstigsten Fall mindestens 4-5 Wochen zwischen der Übernahme und Ausreise eines Hundes, oftmals ist diese Zeitspanne jedoch  deutlich länger aufgrund verschiedener Erkrankungen, die zunächst auskuriert werden müssen, bevor ein Hund impffähig und im späteren Verlauf reisefertig ist.

Die Kosten, die durch die veterinärmedizinische Betreuung/Behandlung und auch durch die Unterbringung entstehen, sind natürlich nicht unerheblich und wenn man die Qualtität vor die Quantität setzt, kommen je nach Hund Kosten von mindestens 300-400 Euro zustande (meist ist es deutlich mehr). Schon aus diesem Grunde hält sich bei DRH die Zahl der importierten Hunde in klaren Grenzen; eine Relativierung der Kosten zugunsten der Anzahl von Hunden, die wir nach Deutschland holen könnten, lehnen wir aus bekannten Gründen ab.

Uns wurde erst kürzlich von einer Deutschen Massenimporteurin der Vorwurf gemacht, wir seien ja "gar keine richtigen Tierschützer", weil wir auf unseren Ungarnfahrten immer "nur 2 Hunde nach Deutschland" mit zurück bringen.......  In solchen Fällen verweisen wir  immer wieder gerne auf: http://www.dr-h.org/content/view/175/47/lang,de/

Die in diesem Zusammenhang immer wieder neu aufflammenden hitzigen Diskussionen "pro & contra Auslandstierschutz" gerade in Zusammenhang mit Importen zeigen deutlich auf, dass Tierfreunde in Deutschland zunehmend besorgt sind um die Gesundheit ihrer eigenen Tiere und ganz zuletzt dürfen wir nicht vergessen, dass die Bezeichnung dieser Art des Tierschutzes im Grunde eine ganz klare Botschaft in ihrem Namen birgt:

AUSLANDstierschutz.

Sabine Winklmann

 

 


 

 

 

 

 
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