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Hunde-Massentransporte PDF Print E-mail

Sample Image"Hey Moses, alter Gauner, das Meer ist weg! Wie hast Du das gemacht? Sag!..."
Moses: "Eine Meerwegflasche reingeworfen..."

Nun, eine "Meerwegflasche" werden wir natürlich nicht in's Meer werfen, aber auch ebensowenig eine "Hundwegflasche" nach Ungarn. Über Sinn und Unsinn von grösser angelegten Hunde-Importen aus dem Süden oder dem Osten Europas wurde und wird nach wie vor recht kontrovers diskutiert. Doch all' dies einmal beiseite gelassen: wie sieht es eigentlich mit den damit verbundenen Transporten selbst aus? Wir wollen das hier einmal etwas kritischer beleuchten.

Wenn Sie unsere Arbeit bereits näher kennen wissen Sie, dass wir nichts davon halten, Hunde en gros von Ungarn nach Deutschland zu verfrachten. Sicherlich kümmern wir uns im Rahmen unsere Aktivitäten auch um nachweislich gute Plätze für Einzelschicksale und nehmen sie in mehr oder weniger großen Abständen auf dem Rückweg von einer Hilfstour mit nach Deutschland. Dies jedoch ausschließlich unter Bedingungen, die  man einem Tier auch nur dann zumuten würde, wenn man es zum Beispiel mit auf eine Urlaubsreise nehmen würde. Für uns heisst das: optimal 3 Hunde, maximal 4-5 Hunde. Wir wollen damit gewährleisten, dass die Tiere in dieser Stress-Situation so komfortabel und schonend wie es geht und auch so schnell wie möglich zu ihrem Ziel reisen können.

Während unserer bisherigen Tätigkeit sind uns jedoch auch Transporte "begegnet", die eher Viehtransporten, welche ansonsten so oft und völlig zu Recht im Focus der Kritik stehen, gleichgekommen sind. Jeder Viehtransport innerhalb der EU unterliegt mittlerweile strengeren Regelungen, als diese "Hunde-Rettungstransporte".
Ich habe Hunde gesehen, die in viel zu kleinen Boxen, darin teilweise zu zweit und manches Mal auch schwerst sediert über viele Stunden auf dunklen Ladeflächen eines Kleintransporters durch die Lande gekarrt wurden, bevor sie entlang einer Autobahnroute ihren neuen Besitzern mehr oder weniger hastig in die Hand gedrückt werden konnten. Nahezu immer waren die Boxen wie eine Ware mindestens 2-lagig, oftmals auch 3- oder sogar 4-lagig aufeinander gestapelt - Hunde, deren Boxen sich im Inneren einer solchen Ladung befunden haben, bekamen kaum noch Luft. Ich habe Transporte gesehen, mit denen zwischen 30 und 50 Hunde auf einmal verfrachtet wurden, begleitet von regulär 2, seltener von 3 Personen (= 15 oder gar 25 Hunde pro Person im Notfall - haben Sie während einer Autopanne schon einmal 15 oder 25 Hunde gleichzeitig an der Leine gehalten?). Oder mir wurde von Augenzeugen berichtet, dass z.B. eine Ladung, die aus erwachsenen und alten Hunden, sowie aus 8-10 Wochen alten Welpen und ein paar Katzen etwa 30 Stunden und länger in ihrem eigenen Erbrochenen, Kot und Urin liegen mussten, bis sie in ihr manchmal zweifelhaftes  "Glück" entlassen wurden.

Erst jüngst wurde uns ein Fall bekannt, in dem eine hochträchtige Hündin etwa drei oder vier Wochen nach ihrer Befreiung aus einer Hundefängeranlage und etwa 3-4 Tage nach der per Kaiserschnitt erfolgten Geburt mit dem gesamten Wurf (die Welpen hatten nicht einmal die Augen geöffnet) gemeinsam mit einer größeren Anzahl adulter Hunde (und auch Katzen, von denen ein Tier bereits kurz nach dem Transport verstarb) nach Deutschland gekarrt wurde. Ob die Saugwelpen diesen Transport und insbesondere den so enorm riskanten Standortwechsel unbeschadet überstanden hatten, blieb im Verborgenen und wir müssen zugeben, dass wir bestürzt waren über eine derartige, eiskalte Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Tier und auch über eine solche grobe Fahrlässigkeit, bzw. solches Unwissen.

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Man sollte angesichts solcher Transporte meinen, dass es darum geht, Rekorde zu brechen  - oder eben einen Wettbewerb im Werfen von "Hundwegflaschen" nach Ungarn zu veranstalten - so, als wolle man das gesamte Land mit einem einzigen Streich von seinen notleidenden Hunden befreien. Von gewissen Amortisationsrechnungen einmal abgesehen.

Wir distanzieren uns deutlich von diesen rücksichtslosen Massentransporten, die ein nicht kalkulierbares Risiko für die Tiere darstellen und wir möchten an den gesunden Menschenverstand appellieren, Transporte dieser Art äusserst kritisch zu betrachten. Sie haben mit "Tierschutz" nicht mehr viel gemeinsam, sie sind mehr oder weniger gut organisierter Hundehandel unter dem vorgenannten Deckmantel.

Sabine Winklmann
November 2007

 
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