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Aktuelles, Stilblüten und Kuriositäten aus dem UTsch ...

 

Liebe Gäste,

angeregt durch verschiedene Blogs aus dem Bereich der Tierwelt wollen wir hier unsere bisherigen Kolumnen (z.B. "Death sells") einfließen lassen und immer wieder aktualisieren, bzw. erweitern. Wir sind der Ansicht, dass man das Thema "Tierschutz", respektive UTsch (Ungarn-Tierschutz) durchaus kritischer beleuchten sollte, denn das Bild ist zwar manchmal - aber eben längst nicht immer so schön rosarot, wie es oftmals gerne gezeichnet wird. Wir möchten dabei betonen, dass es sich weitestgehend um die persönlichen Ansichten der Autorinnen und Autoren handelt. Die positiven Erlebnisse werden wir namentlich benennen, die negativen werden wir allerdings wie bisher grundsätzlich anonymisieren - auch aus juristischen Gründen.

Herzlichst
Ihr DRH-Team




28.03.2008 in nomine patris - et filii - et spiritus creditocartus sanctus...

Schon vor Jahren ist Tierfreunden, welche ihre 7 Sinne noch einigermaßen beeinander haben aufgefallen, dass sich Abzocke im Bereich "Tierhaltung" manchmal kaum noch toppen läßt. Eine besonders skurile, aber nicht minder unterhaltsame (!) Form, Menschen um ihr Heilgstes, nämlich ihr sauer verdientes Geld zu bringen, ist das Marktsegment "Tierkommunikation".

Hundetrainer/-in kann jeder werden. Tierkommunikator/-in auch. Doch was genau will der Tierkommunikator dem Hund sagen oder umgekehrt: sich vom Tier sagen lassen? Hier einmal zur Erheiterung die Reportage der Berliner Zeitung aus dem Jahre 2004, aktuell wie nie zuvor:

Nicole S. (32) spricht kranke Haustiere gesund
Ich bin die Meerschweinchen-Flüsterin!
von KATRIN PFEIFER

Charlottenburg - "Lilly möchte mehr Hühnerfleisch zu fressen bekommen und sich öfter mal im Dreck wälzen dürfen", sagt Nicole S., 32. Lilly sitzt hechelnd vor ihr, wedelt zustimmend mit dem Schwanz.
Der 5 Monate alte Jack-Russel-Mix gehört Dagmar L., 45. Die Unternehmerin ist zu Nicoles Praxis in der Pxxxxr Straße gekommen, weil sie ihren Hund endlich verstehen möchte. Da ist sie bei Nicole gerade richtig. Denn das Ex-Modell ist Tierkommunikatorin, hat die Gabe, mit Tieren zu sprechen. Eine kurze Berührung, ein intensiver Blick - schon weiß sie, wo Hund, Katze oder Wellensittich der Schuh drückt.

Der nächste Patient ist Meerscheinchen Eugen, 2. Der Kleine verweigert seit Tagen das Fressen. "Eugen ist sehr androgyn veranlagt. Ihm fehlt eine weibliche Bezugsperson", erklärt Nicole dessen Besitzer Peter K., 37. Und siehe da: Kaum wird Eugen von Nicoles zarten Frauenhänden gekrault, fällt er mit Appetit auf das Büschel Petersilie vor seiner Nase her. Peter ist begeistert: "Toll, wie Nicole das macht!"

Die kümmert sich schon wieder um das nächste Tier - Yorkshire-Terrier Gipsy, 3. Nach einem kurzen "Gespräch" mit dem nervösen Fellknäuel ist für sie die Sache klar: "Gipsy vermißt seine Mutter, sehnt sich außerdem nach dickem Gras und Waldboden unter seinen Pfoten."

Für alle, die genau wie Nicole mit Tieren sprechen möchten, bietet die Tierkommunikatorin Ausbildungs-Seminare an. Infos und Termine gibt's unter Tel.: xxxxxx  oder im Internet unter  www.xxxxxxxxx.de.

Wenn Sie, geneigte Leserinnen und Leser, nun Ihre Lachtränen aus den Augen gewischt haben: geben Sie doch einmal das Stichwort "Tierkommunikation" in eine der Suchmaschinen ein. Sie werden nicht schlecht staunen, wie groß dieser Markt ist. Jede -mehr oder weniger professionell gestaltete- Internetseite bietet natürlich Seminare an, in denen die Kommunikation mit dem Tier gelehrt werden soll - Mindestgebühr 200 Euro. Pro Teilnehmer, natürlich. Selbstredend auch, dass Sie als potentiell Geneppter gar nicht erst zu erscheinen brauchen, wenn Sie nicht wirklich daran glauben - was in der Umkehr bedeutet: wenn Sie nur dumm genug sind anzunehmen, Ihr Haustier würde Sie danach "fühlen" lassen, dass es gerne auch mal ein Eigelb in sein Futter bekäme, seien Sie herzlich Willkommen, das Seminar am Ende um mindestens 200 Euro ärmer zu verlassen. Aber dafür glücklich und in dem stürmischen Glauben zu wissen, wie sich ein Eigelb in der Futterschüssel Ihres Hundes anfühlt und vielleicht klemmt man Ihnen zum Abschied auch noch das "Gesprächsprotokoll" mit unter den Arm - für Zuhause, zum Einrahmen.

Amen. 

 

 

 
13.03.2008 Rock for Animals!

Am 25. April 2008 findet in Budapest erstmalig eine Benefizveranstaltung in Form eines Rock-Festivals statt.

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Der Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten und anderer Dinge (wie z.B. Zeichnungen der Vermittlungshunde u.v.a.m.) geht an folgende Tierschutzvereine in Ungarn:

Wir finden, dies ist eine hervorragende Aktion, da sie auch die jüngeren Menschen in den Tierschutzgedanken mit einbezieht, denn wie die Zukunft auch hinsichtlich dieser Thematik aussehen wird, hängt ganz entscheidend mit von den nächsten Generationen ab. Wir wünschen allen Beteiligten von Herzen viel Erfolg und gutes Gelingen.

Rock for Animals!


 
05.03.2008: RETTET BERND !!!

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So lautete ein Hoax aus dem Jahre 2004, mit dem sich jemand einen relativ geschmacklosen Scherz erlaubte:

"Ich schwör bei Gott, ich werd dieses süsse Karnickel zu Sylvester essen wenn bis zum 31.12.2004 mein Konto nicht mindestens ein Guthaben von 1.000.000 Euro aufweist!

Sample Image   IHR KÖNNT BERND RETTEN!!!   Sample Image

- DEADLINE: 31.12.2004

- Aktueller Kontostand: 0.071.466€

- wird einmal wöchentlich upgedatet - Last Update 24.März 2005

Wie gesagt: das war im Jahr 2004, bzw. 2005, denn diese vermeintliche Rettungsaktion wurde bis Ostern 2005 sogar noch verlängert.

An Aktualität hat dieser Hoax jedoch nichts eingebüßt - im Gegenteil. Mit dem Unterschied, dass mit ähnlichen Aufrufen im Internet keine Karnickel vor dem Kochtopf gerettet werden sollen, sondern Hunde vor der Einschläferung und dass die "Bösen" keine Menschen mit Appetit auf einen Karnickelbraten sind sondern schlimme Tierquäler aus dem Ausland. Die Mittel, zu denen gegriffen wird, heiligen offenkundig jeglichen Zweck. Es werden Fotos von halb verhungerten Hunden aus Hundefängeranlagen veröffentlicht mit der Absicht, gutgläubigen Tierfreunden den Schlaf zu rauben, wenn sie nicht für diesen oder jenen Hund "Leben" auf  nebulöse Vereinskonten spenden. Und natürlich kann der betreffende Hund erst nach Eingang eines Mindestbetrages "gerettet" werden, sonst:

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BERND IST TOT.

 

 

 

Wenn Sie wirklich "Leben retten" und für die Befreiung eines Hundes aus einer Hundefängeranlage in z.B. Ungarn spenden wollen, so ist das unbenommen der Sinnhaftigkeit eine grundsätzlich gute Absicht und es gibt auch einige wenige, seriöse Beispiele für diese Form der Tierschutzarbeit. Doch schauen Sie bitte ganz genau hin:

  • werden Sie informiert, ob und wann der beworbene "Mindestbetrag" für einen bestimmten Hund eingegangen und /oder ob ein Überschuss vorhanden ist?
  • Werden Sie darüber informiert, ob die Schutzgebühren an die "Gegenseite", also an bedürftige Tierschützer im Herkunftsland tatsächlich zurückgeführt werden? (Wir wissen von Deutschen Vereinen, welche für die Übernahme eines Hundes  aus ungarischen Hundefängeranlagen oder Tierheimen auf dem Mitleidswege so genannte "Patenschaften" in nicht unbeträchtlicher Höhe erbetteln (mindestens 350 Euro pro Hund, ansonsten bleibt er beim Hundefänger) und genau diese "geretteten" Hunde im Anschluß gegen überzogene "Schutzgebühren"  ab 300 - bishin zu 500 Euro wiederum weiter vermitteln. Ein profitables Handelsgeschäft (Mindesteinnahme 650 Euro je Hund bei deutlich geringerem Einsatz ) unter dem Deckmantel "Tierschutz", welches mit den in den Satzungen formulierten "selbstlosen Interessen"  nicht das geringste zu tun hat.)
  • Erhalten Sie Auskunft über die Höhe der benötigten Tierarztkosten für einen bestimmten Notfall oder gar Belege für die Verwendung Ihrer möglicherweise zweckgebundenen Spende?
  • Sind "Hilfsaktionen vor Ort" nur reine Lippenbekenntisse eines Vereines mit soliden Geschäftsinteressen oder werden in dem jeweiligen Land Verbesserungen nicht nur angestrebt, sondern auch tatsächlich durchgeführt?
  • Gibt es wirklich (!) KEINE verschleierten Verflechtungen zu commerziellen Geschäftszweigen (z.B. "Tiertransportunternehmen") des betreffenden Vereines, deren Profit lediglich der Erhaltung persönlicher Unternehmensexistenzen dient - nicht aber den Tieren selbst zukommt?

Sollten Sie auch nur eine dieser Fragen mit "nein" beantworten müssen, können wir Ihnen lediglich dringend raten:

Finger weg!


 
04.03.2008: Der Heiligenschein der Gemeinnützigkeit ...

... wird von vielen Organisationen besonders hoch gehalten. Auch im Bereich des Tierschutzes und wenn diese Organisationen, die darüber hinaus selbst nicht nur eine, sondern beide Hände aufhalten auch noch Tipps geben, woran man "seriöse" Tierschutzvereine in diesem Zusammenhang erkennen kann, sollte man besonders vorsichtig sein. Die Spendenskandale in der Vergangenheit haben gezeigt, dass diese Beteuerungen meist Ablenkungsmanöver sind.

Beispiel DTHW - das Deutsche Tierhilfswerk: trotz erheblicher Dementis wurden im Jahr 2003 Geschäftsführer, dessen Stellvertreter und andere wegen Veruntreuung von Millionenbeträgen zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Ein tragischer Irrtum der Justizbehörden?

Beispiel Arche2000: noch im März 2004 dementierte der Pressesprecher Folko N. : "Die Darstellungsweise von arche2000 im RTL-Beitrag der Sendung "Extra" vom 08.03.04 verursacht beim Zuschauer ein vollkommen verzerrtes Bild über arche2000. Die tatsächliche Tierschutzarbeit blieb unberücksichtigt. Hier wurde bewusst und hinterhältig versucht, arche2000 negativ darzustellen. Es wurden sogar strafbare Handlungen seitens des Berichterstatters vollzogen."

ANMERKUNG: Im Mai 2004 wurden die Konten der Arche2000 gesperrt und erst kürzlich erhob die Staatsdanwaltschaft in Hamburg Anklage wegen Veruntreuung in Millionenhöhe. Zu Unrecht?

Beispiel HTV - Hamburger Tierschutzverein: Noch im Jahre 2004 schreibt der Vorstand des HTV zu vorhergegangenen Spendenskandalen:
"TIERSCHÜTZER ALS BETRÜGER ENTLARVT! Seit Jahren hat Eduard G. aus Tornesch die 60.000 Mitglieder der von ihm gegründeten Tierschutzorganisation "Arche 2000" übers Ohr gehauen. Jetzt ist er der Staatsanwaltschaft ins Netz gegangen. Insgesamt soll er nach Erkenntnissen der Ermittler elf Millionen Euro ergaunert haben. Doch bevor er sich mit dem Geld nach Spanien absetzen konnte, griff die Polizei zu. Seine Masche war einfach: Er buchte die Vereinsbeiträge mehrfach bei den Mitgliedern ab und steckte das Geld in die eigene Tasche. Außer ihm wird noch gegen 22 weitere Personen ermittelt. Jetzt sitzt "Eppy", wie er sich gern nennen ließ, in der Justizvollzugsanstalt Lübeck und erwartet eine Anklage wegen Betruges, Untreue und Steuerhinterziehung.
Dies ist nur einer von mehreren Fällen, in denen gewissenlose Betrüger mit der Tierliebe der Menschen Schindluder getrieben haben. Deshalb rät der HTV allen Hamburger Tierfreunden, lieber ihm als dubiosen Organisationen ihr Vertrauen zu schenken. Denn beim HTV geht bekanntlich alles mit rechten Dingen zu."

ANMERKUNG: Im Dezember 2007 wurden die eigenen Privatkonten des inzwischen vom Amt des 1. Vorsitzenden des HTV zurückgetretenen und "obersten Tierschützers" aus Hamburg beschlagnahmt, es wird wegen Untreue ermittelt. Ein unschuldiges Opfer der Ermittlungsbehörden?


Erst kürzlich las ich in den Weiten des www den Tipp zum Thema "Woran erkennt man einen seriösen Tierschutzverein?" folgenden Text, Zitat: "Auch in Tierschützerkreisen machen sich schwarze Schafe breit, die kranke Tiere vermitteln, falsche Papiere ausstellen und den neuen Besitzern wichtige Informationen verheimlichen. In solchen Fällen geht oft auch die gesamte Schutzgebühr oder ein Teil davon in die eigene Tasche und das kann nicht der Sinn von Tierschutz sein."
ANMERKUNG: Interessant war, dass der Abgeber dieses Tipps selbst zwar seit Jahren unverändert mit den gleichen Aktionen um Spenden wirbt - jedoch nirgends glaubhaft darlegt, ob oder wie diese Spendengelder tatsächlich (uneigennützig?) verwendet oder ob Schutzgebühren auch wirklich an Tierschützer ins Ausland zurückgeführt wurden ...... ?!?


Trau - schau - wem!

 
27.02.2008: Der schnelle Erfolg ....

In den vergangenen Jahren sind im Bereich des Ungarn-Tierschutzes so einige merkwürdige Gestalten aufgetaucht, meist so genannte Eintagsfliegen. Sie haben mal eben eine "Rettungsaktion" durchgeführt, sich im Anschluß in irgendwelchen Foren als Helden feiern lassen und sind dann ebenso schnell wieder verschwunden, wie sie aufgetaucht sind.

Doch es gab auch Organisationen, die auf den ersten Blick seriös erschienen - alleine schon durch einen recht professionellen Internetauftritt. Innerhalb kurzer Zeit wurde eine bald nicht mehr überschaubare Zahl von Hunden importiert - Hilfe vor Ort: meistens Fehlanzeige, bestenfalls leer(gebliebene) Versprechungen. Eine dieser Organisationen befindet sich nun in erheblichen Schwierigkeiten, denn alleine die Vermittlungsgebühren von mehr als 1000 importierten Hunden werfen im Vergleich zu den tatsächlich vor Ort geleisteten Hilfestellungen eine Reihe von berechtigten Fragen auf.

Es ist, wie es immer ist: zunächst erfolgen große Auftritte mit wehenden Fahnen und ein vermeintlicher Erfolg jagt den nächsten. Doch was passiert mit einem Luftballon, in den man zu schnell zu viel Luft pumpt? Genau.

Peng.


 
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